Archiv für die 'Blogging' Kategorie

Marketing mit Blogs

Montag, Mai 21st, 2007

Blogs haben sich zu einem festen Bestandteil des Internets entwickelt und ihre Anzahl steigt stetig. Die hohe Verlinkungsdichte, die jeder Blog schon wegen seiner allgemeinen Funktionsweise mit sich bringt, führt zu einer weiten Verbreitung der Bloginhalte im Internet und in den Suchergebnissen von Google und anderen Suchmaschinen.

Das macht Blogs für Werbung und Public-Relations hoch interessant, aber auch extrem gefährlich. Ist es doch so, dass man einen Stein ins Rollen bringt, den man nicht mehr so einfach stoppen kann.

Die große Beliebtheit der Blogs ist ein von den Bloggern selbst erarbeiteter Verdienst und beruht weitestgehend auf der Authentizität vieler Blogger und der damit verbundenen Glaubwürdigkeit. Diese zieht besonders viele interessierte Menschen an, die wiederum für hohe Zugriffszahlen in den zumeist themenorientierten Blogs sorgen. Unternehmen, die werben möchten, sehen hierin eine Chance und werden gleichzeitig davon abgeschreckt. Es könnte ja möglicherweise das eigene Produkt, der authentischen Betrachtung eines Bloggers nicht standhalten.

Auf der anderen Seite darf ein Blogger seine Authentizität nicht aufs Spiel setzen. Er muss sich fragen, ob er seine Meinung frei äußern kann, wenn er Geld dafür bekommt, etwas zu vermarkten.

== Gratwanderung ==

Blogger haben einen sehr authentischen Schreibstil, mit dem sie “unverblümt” über die Gesellschaft und den Alltag und sein drumherum berichten. Das ist genau die Grundlage für den Erfolg der Blogs - man kann ihnen vertrauen, sie sind irgendwie echt.

Man könnte sagen, die Blogger haben sich durch ihre klare und offene Schreibweise eine hohe Akzeptanz in der Öffentlichkeit erarbeitet. Nun geht es darum, dieses Vertrauen zu wahren und auszubauen. Der Blogger MC Winkel beispielsweise “Ihr dürftet inzwischen wissen, wie sehr ich Angeber(ei) hasse; ich erwähne unsere Benefits hier auch nur, um diese Sache möglichst transparent zu halten, denn letztendlich ist es Werbung.“, hat das sehr genau erkannt und bringt eine Offenheit mit, über die man sich regelrecht freuen kann.

Würde er versuchen heimlich Werbung in seine Bloginhalte einfließen zu lassen, hätte er seine Glaubwürdigkeit schnell verspielt und sein Blog würde nur noch selten frequentiert, was schließlich zum Aus für MC’s Blog führen könnte.

Unternehmen möchten die Glaubwürdigkeit der Blogs gerne für sich bzw. eines ihrer Produkte nutzen. Sie haben ihre eigene Glaubwürdigkeit oft schon verspielt und müssen die Gunst der Kunden zurückerobern. Blogwerbung jedoch ist ein Feld, auf dem es Fallen und Rutschen oder Sprungbretter gibt.

Daher kann eine Beratung durch einen Experten in diesem Bereich nur dringend empfohlen werden.

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Bloglesung in Frankfurt

Montag, Oktober 30th, 2006

An dieser Stelle möchte ich mal (etwas off-topic) von einer Bloglesung berichten. Es ist nämlich etwas anderes, wenn man die Blogger live erlebt, wie sie ihre Texte vortragen. Ich fühle mich darin bestätigt, dass man Blogs nicht nur anhand von Datenbanken einstufen kann, wenn man sie verstehen möchte. Und ich kann verstehen, dass man sich als Blogger nicht reinreden lässt, wenn es um große Unternehmen geht, die sich die freien Inhalte der Blogger zu nutze machen wollen, um damit Geld zu verdienen.

Der sympathische Herr Bandini hat am Samstag seine bisher dritte Bloglesung unter dem Motto "Herbstschmerz" veranstaltet. Für mich war es die Erste. Informationen darüber, findet man bei den Bloggern, die an diesem Abend gelesen haben und bei deren Publikum. Da steht so viel, dass ich an dieser Stelle lediglich darauf verweisen möchte, um nicht alles zu wiederholen.

Gelesen haben: Frau Fragmente, Bandini, MC Winkel und 500beine

Moderiert wurde der Abend von der charmanten Elsa Seefahrt, die mit ihrer kleinen Piercing-Geschichte auch zu den Inhalten der Lesung beigetragen hat.

Jeder hatte so seine ganz eigene Art zu schreiben und aufzutreten. Frau Fragmente mit leiser zarter Stimme, die behutsam ihre Texte las und plötzlich, mitten im Text ein keckes F-Wort platzierte.

Der Herr Bandini, der auch als Frauenversteher durchgehen könnte, wenn die Frauen nicht immer widersprechen würden, las aus seinen wohlbeobachteten Alltagsgeschichten.

MC Winkel, der Retter der Nation, kehrte sein Innerstes nach außen (es war grün) und überzeugte die Anwesenden von seiner Person. Denn er tut ja nicht einfach nur so – Kinnings, der iss so!

Und 5ooBeine, der Mann der Texte schreiben kann. Also wenn der nur so schreibt, dann könnte er sein Blog als Buch verkaufen. Ich würde es kaufen, so für den Urlaub am Strand - herrlich.

Insgesamt, mächtig viel Spaß an diesem Abend. Denn nach der Lesung wollte man natürlich noch was trinken und da hatte der MC schon ein wenig weiter gedacht und sein Kreativitäts-Gebräu aus Kiel mitgebracht – ja das Zeug macht eloquent. Jeder ne Buddl in der Hand ging es dann zum Chinesen und nachdem alle rein gegangen waren, standen vor dem Laden ne ganze Menge leerer Holsten Flaschen, hmm.

Danach in dem hysterischen Irisch Pub, hatten die Blogger ihre mitgebrachte Euphorie auf Karaoke verloren. Und weil wir alle keine Kürbisse zum verkleiden hatten, ging es schleunigst weiter zum Living, das wir dann aber auch nur tangiert haben, um den Türstehern ihren Du-kommst-hier-net-rein-Spruch zu ersparen und landeten letztendlich im UNITY wo wir unsere letzte Energie in Trink und Tanz investierten.

Ja, es wurde ziemlich spät und ja, es hat sich gelohnt. Blogger sind aufgeschlossene Menschen mit kritischer Sichtweise und leichtem Hang zur Selbstdarstellung. Und es war ein schönes Erlebnis, die zuvor nur im Internet gelesenen und gesehnen Blogger kennen zu lernen.

Blogger die ich persönlich kennen lernen durfte:

500beine
Bämbeklandidat
Bandini
Blogwinkel
Elsa Seefahrt
Frater Aloisius
Frau Fragmente
Jens Scholz
MadameSauvage
Mainbube
MC Winkel
Nerdcore
SirParker
SmallFire
Venden

(Habe ich jemanden vergessen? Das waren so viele neue Gesichter)

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Public Relation und Blogs - Edelman und Technorati

Dienstag, Oktober 17th, 2006

Ich staune ja immer wieder. Große, internationale Unternehmen mit guter finanzieller Ausstattung tun sich oft schwer mit neuen Medien, wie beispielsweise dem Bloggen.Warum können sie die Zusammenhänge nicht verstehen, auf die es ankommt und warum machen sie so komische Road-Show-Veranstaltungen? Edle Männer (und Frauen:) die “PR-Profis” der Welt und Leute des größten Blogger-Tools, Technorati, setzen sich mit Bloggern zusammen, um denen die Blogsphäre zu erläutern. Darüber müsste sich jeder etablierte Blogger schon wundern und hat das auch, wie man in diesem ehrlichen Video sehen kann.

Verständliche Gründe der Kooperation, Technorati-Edelman

Der Clue des Bloggens ist es, dass Individuen in Blogs ihre ungefilterte Meinung der Öffentlichkeit kundtun. Daraus ergibt sich für viele Leser eine enorm hohe Glaubwürdigkeit und das macht Blogs für die Kommunikation vieler Unternehmen natürlich hochinteressant. Hierüber könnten Unternehmens-Botschaften glaubwürdig positioniert und Meinungen über Unternehmen frühzeitig erkannt werden.

Da sich Technorati mit dem Auswerten von Blog-Tags befasst und Edelman-PR mit Unternehmenskommunikation, könnte man meinen, dass die beiden das Thema leicht in den Griff bekommen.

Dabei muss man jedoch berücksichtigen, dass, da es sich hier um die freie Meinungsäußerung von “unkontrollierbaren” Individuen handelt, ein Blog nur mit äußerster Vorsicht genutzt werden sollte. Da der Umgang damit ansonsten mehr Schaden für das jeweilige Unternehmnen anrichten kann als Nutzen.

Blogger ist nicht gleich Blogger

Die Einen sind von Anfang an dabei oder haben das Blogging überhaupt erst erfunden. Das sind vermutlich die Intellektuell- und Fach-Blogger, davon gibt es inzwischen natürlich nicht mehr so viele, da der Boom, jedes Kraut aus dem Boden wachsen lässt und somit die Urkraft des Bloggens an den Rand drängt. Diese sind zumeist, nicht-kommerziell eingestellt. Wobei die fachlichen Blogger schon eher bereit sind, sich ihr Fachwissen vergüten zu lassen.

Dann gibt es viele neue, Poesie-Blogger, die ihren Blog eher als Hobby und Zeitvertreib sehen oder ihr anonymes Tagebuch in der Öffentlichkeit diskutiert sehen wollen. Das sind zwar auch wichtige Bestandteile der Szene, aber eher aus dem Grund der Distribution und Lesergewinnung für die gesammte Blogsphäre.

Zum Schluss nenne ich die Kommerziellen Blogger- oder besser, die Blogs mit einem kommerziellen Hintergrund. Dass diese als neuste Gruppe in diesem Bereich agiert, dürfte kaum einen wundern. Denn der Kommerz springt immer erst dann auf, wenn sich Trends abzeichnen - und zwar um diese möglichst ohne Risiko zu nutzen. Das ist ja auch die Aufgabe des Kommerz - Nutzen aus dem Vorhandenen zu ziehen und damit Mehrwert zu schaffen. Genauso wie im Marketing. Zuerst macht es eine kleine Gruppe (die Trendsetter), dann folgt die Masse. Dazwischen stecken die Unternehmen bzw. deren Agenturen. Die machen daraus einen Hype, bis es auch der letzte Depp noch braucht. Danach will es niemand mehr.

In diesem Blogger-Potpurie werden die Unterschiede der Szene deutllich und es wird klar, dass man sie nicht unter einen Hut bringen kann. Man darf sie aber genauso wenig ausser acht lassen. Denn dann passiert möglicherweise das, was Edelman passiert ist. Blogger legen einen sehr hohen Wert auf Authentizität, also eine ehrliche und selbstkritische Berichterstattung.

Genaue Erhebungen zu Blogs und Bloggern gibt es nicht und wer noch eine weitere Meinung haben möchte, schaut hier.

Um zu der Frage vom Anfang zurück zu kommen, was den Großen fehlt.

Vielleicht liegt es daran, dass richtig gute und trendige Menschen, sich nicht von großen Unternehmen einspannen lassen. Die gehen lieber selbstbewusst ihren eigenen Weg. Denen geht es nicht nur um das große Geld oder einen Shareholder-Value. Die wollen gute Sachen machen, ohne von Machtstrukturen oder Vorgaben eingezwängt zu werden. Ich persönlich fühle mich bei solchen Menschen meinstens besser aufgehoben und zudem, arbeiten diese oft effizienter und günstiger als große Unternehmen. Das sagen mir auch viele meiner Kunden.

Klar ist jedenfalls, daß das Thema mit PR und Blogs noch nicht abgeschlossen ist. Zum einen wird sich bei den Bloggern und bei der Technik noch viel tun, zum anderen werden auch die PR-Agenturen fleissig dazu lernen, auch wenn sie es noch nicht so recht wollen.

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Presseausweis für Blogger

Mittwoch, Oktober 11th, 2006

Blogger werden vom “Deutscher Fachjournalisten-Verband” und vom “Deutscher Verband der Pressejournalisten e. V. (DVPJ)” mehr oder weniger als Journalisten anerkannt und können sich mit entsprechenden Nachweisen einen Presseausweis ausstellen lassen, sogar wenn sie die journalistische Tätigkeit nur nebenberuflich betreiben.

Begründet wird diese Neuerung durch ein Gerichtsurteil. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat im September 2004 in einem Urteil (Aktenzeichen 1 K 1651/01) entschieden, dass zukünftig auch andere Verbünde berechtigt seien einen Presseausweis auszustellen. Damit brachte es das “Quasi-Monopol” der etablierten Verbände (DJV, DJU / ver.di, VDZ, BDZV) zu Fall.

Diese hatten darauf verwiesen, dass nur sie dazu berechtigt sind, von der Innenministerkonferenz (IMK) “amtlich anerkannte” Presseausweise auszustellen. Die IMK hat in einem Beschluss am 8. Mai 2006 in Berlin noch auf die Erfordernis der Hauptberuflichkeit bestanden, jedoch eingeräumt, quantitativ und qualitativ vergleichbaren, regelmäßig und dauerhaft journalistisch tätigen Personen auch einen Presseausweis auszustellen. Das nehmen Verbände wie der DVPJ ernst und berücksichtigen bei der Vergabe der Presseausweise besonders auch nebenberuflich tätige Journalisten.

Es wurde schon sehr viel über das Thema Presseausweis für Blogger berichtet. Blogger setzen sich mit dem Presseausweis-Thema genauso auseinander wie etablierte Verlage. Nur haben beide Seiten eine andere Sichtweise. Außerdem geht es auch darum, welche Presseausweise “echt” sind und welche nur “fake”, wobei doch alle “echt” und “einheitlich” sein sollen.

Angenommen, jede Person, die Texte im Internet veröffentlicht, wäre ein Journalist und hätte das Recht auf einen Presseausweis, dann würde das Dokument hinfällig. Andererseits ist der Aufgabenbereich eines bekannten Bloggers, dem eines Journalisten schon sehr ähnlich. Beide schreiben Texte für die Öffentlichkeit, beide müssen dafür recherchieren und beide müssen auf Veranstaltungen, wenn sie darüber berichten wollen. Ganz anders jedenfalls als die Bild-Redaktion, diese hat Millionen von ihren Lesern einen BILD-Presseausweis ausgestellt, also natürlich keinen “echten”. Niggemeier von der FAZ geht dem Bürgerjournalismus auf den Grund, als Blogger eines alten Mediums hat er eine interessante Sichtweise.

So wie ich das verstehe, wird sich die IMK voraussichtlich erneut mit diesem Thema befassen müssen, um eine klare Regelung herbei zu führen.

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