Presseausweis für Blogger

Blogger werden vom “Deutscher Fachjournalisten-Verband” und vom “Deutscher Verband der Pressejournalisten e. V. (DVPJ)” mehr oder weniger als Journalisten anerkannt und können sich mit entsprechenden Nachweisen einen Presseausweis ausstellen lassen, sogar wenn sie die journalistische Tätigkeit nur nebenberuflich betreiben.

Begründet wird diese Neuerung durch ein Gerichtsurteil. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat im September 2004 in einem Urteil (Aktenzeichen 1 K 1651/01) entschieden, dass zukünftig auch andere Verbünde berechtigt seien einen Presseausweis auszustellen. Damit brachte es das “Quasi-Monopol” der etablierten Verbände (DJV, DJU / ver.di, VDZ, BDZV) zu Fall.

Diese hatten darauf verwiesen, dass nur sie dazu berechtigt sind, von der Innenministerkonferenz (IMK) “amtlich anerkannte” Presseausweise auszustellen. Die IMK hat in einem Beschluss am 8. Mai 2006 in Berlin noch auf die Erfordernis der Hauptberuflichkeit bestanden, jedoch eingeräumt, quantitativ und qualitativ vergleichbaren, regelmäßig und dauerhaft journalistisch tätigen Personen auch einen Presseausweis auszustellen. Das nehmen Verbände wie der DVPJ ernst und berücksichtigen bei der Vergabe der Presseausweise besonders auch nebenberuflich tätige Journalisten.

Es wurde schon sehr viel über das Thema Presseausweis für Blogger berichtet. Blogger setzen sich mit dem Presseausweis-Thema genauso auseinander wie etablierte Verlage. Nur haben beide Seiten eine andere Sichtweise. Außerdem geht es auch darum, welche Presseausweise “echt” sind und welche nur “fake”, wobei doch alle “echt” und “einheitlich” sein sollen.

Angenommen, jede Person, die Texte im Internet veröffentlicht, wäre ein Journalist und hätte das Recht auf einen Presseausweis, dann würde das Dokument hinfällig. Andererseits ist der Aufgabenbereich eines bekannten Bloggers, dem eines Journalisten schon sehr ähnlich. Beide schreiben Texte für die Öffentlichkeit, beide müssen dafür recherchieren und beide müssen auf Veranstaltungen, wenn sie darüber berichten wollen. Ganz anders jedenfalls als die Bild-Redaktion, diese hat Millionen von ihren Lesern einen BILD-Presseausweis ausgestellt, also natürlich keinen “echten”. Niggemeier von der FAZ geht dem Bürgerjournalismus auf den Grund, als Blogger eines alten Mediums hat er eine interessante Sichtweise.

So wie ich das verstehe, wird sich die IMK voraussichtlich erneut mit diesem Thema befassen müssen, um eine klare Regelung herbei zu führen.

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7 Kommentare zu “Presseausweis für Blogger”

  1. digitus Meint:

    Hey, ich bin “mehr oder weniger” Journalist *freu* …

  2. Bernhard Meint:

    Wenn man nach Annette-Kolb-Str. 16 Ingolstadt bei google.de sucht findet man etliche unterschiedliche Homepages, auf denen Herr Walter, der Chef von “Deutscher Verband der Pressejournalisten e. V. (DVPJ)” Presseausweise anbietet. Ich frage mich, ob ich meinen Presseausweis beim “Deutscher Verband der Pressejournalisten e. V. (DVPJ)” http://www.dv-p.org/ hole, oder zu einem der vielen anderen Angebote des Herrn Werner wie zum Beispiel http://www.presseausweis.com gehe. Da gibt es einen schöneren Ausweis.

    Ich frage mich, ob es bei diesen Angeboten letzendlich ausschließlich darum geht die Ausweise zu verkaufen.

    Ich will mal hoffen, daß man dort einen Ausweis bekommt, mit dem man nicht vor der Tür stehen bleibt.

  3. Astrid Meint:

    In der Tat steht man mit dem Presseausweis des “Deutscher Verband der Pressejournalisten e. V. (DVPJ)” dumm vor der Tür und wird nicht reingelassen. Einer Bekannten ist das bereits mehrmals passiert, besonders auf großen Messen (z.B. in Berlin), deren Betreiber nur die Ausweise “etablierten Verbände” anerkennen.

  4. zoe Delay Meint:

    … gibt es jetzt eigentlich estwas neues zu dem Thema?

  5. Björn Schneider Meint:

    Wäre mal interessant zu erfahren, was dabei rausgekommen ist…

  6. Thomas Meint:

    Eigentlich geht es doch nur darum, mit einem solchen Ausweis Eindruck zu machen um gewisse Privilegien zu genießen, streng nach dem Motte “ich darf da durch, ich bin von der Presse”.
    Mir persönlich kommt der Auftritt des DVPJ e.V. verdächtig professionell vor, oder besser gesagt: nicht gerade seriös. Da hilft auch kein Vereinsregister oder ähnliches, schließlich kann sich da jeder eintragen lassen der die formalen Voraussetzungen erfüllt. Zweifel habe ich allerdings deswegen, weil sich mit den Gebühren des DVPJ e.V. auf Dauer auch nicht viel Geld verdienen lässt und somit fraglich ist, in wie weit das Angebot ernsthafte Interessen verfolgt oder nur zur Geldvermehrung dient.

  7. Ja Meint:

    Guten Tag,

    bitte Stellungnahme zu ff.

    1. Astrid Meint:
    September 28th, 2007 um 12:49
    In der Tat steht man mit dem Presseausweis des “Deutscher Verband der Pressejournalisten e. V. (DVPJ)” dumm vor der Tür und wird nicht reingelassen. Einer Bekannten ist das bereits mehrmals passiert, besonders auf großen Messen (z.B. in Berlin), deren Betreiber nur die Ausweise “etablierten Verbände” anerkennen.

    http://www.profe-bracht.de/2006/10/11/presseausweis-fuer-blogger/

    mfg
    Frau Stock

    den Kommentar von Astrid, hatte ich direkt bei dem Verband nochmals angefragt, mit der Bitte um Stellungnahme.
    Leider habe ich hierzu keine Antwort erhalten.
    Soviel Herr Schneider, zu ..”was dabei rausgekommen ist…

    mfg
    Frau Stock

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